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Michael Gerdes
Schornsteinfegermeister
Gebäudeenergieberater  (HWK)
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Energiecheck

Keine Chance für Billig-Öfen

n-tv   Ratgeber

Dienstag, 09. Februar 2010

Heizen mit Holz Keine Chance für Billig-Öfen

Holz ist vergleichsweise günstig und man muss auch nicht fürchten, dass es plötzlich ausgeht. Kein Wunder, dass Hausbesitzer vermehrt auf Kamin oder Kachelofen setzen. Billige Dreckschleudern wurden per Gesetz aus den Wohnzimmern verbannt.

Ob aus Kostengründen oder wegen der Gemütlichkeit: Viele Hauseigentümer setzen auf Holz als ergänzenden Brennstoff. Kamine, Heizkassetten oder Kachelofen sind gefragt. Das stellt auch Bezirksschornsteinfegermeister Roland Adams fest. In seinem Bezirk in Ratingen betreut er die Heizanlagen von rund 2300 Hausbesitzern, 600 davon heizen inzwischen zusätzlich mit Holz. "Die haben Angst, dass aus Russland eines Tages kein Gas mehr kommt oder das Öl knapp wird", sagt Adams.

Buche wärmt besonders lange, aber auch Eiche, Buche, Fichte und Tanne liefern gutes Feuerholz.

 

Holz dagegen ist in Deutschland reichlich vorhanden: Mit 3,4 Milliarden Kubikmetern verfügt die Bundesrepublik über die größten Holzvorräte in Europa. Unter den erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung hat Holz einen Anteil von 80 Prozent. Ein Großteil davon stammt aus Resthölzern der Forstwirtschaft. Auch Stürme wie "Kyrill" im Jahr 2007 sorgten durch Bruchholz für große Brennvorräte.

Wer am Stadtrand wohnt, kann das Holz aus dem nahen Wald nutzen. Der Förster gibt dazu gegen eine Gebühr einen Holzleseschein aus. Ein herkömmlicher Ofen verheizt pro Winter rund drei Raummeter Holz. Diese werden in einem luftigen, überdachten Unterstand gelagert und nach dem Schlagen zwei Jahre getrocknet. Im Handel kostet ein fertiger Laubholz-Mix zwischen 70 und 90 Euro pro Raummeter.

Was darf in den Ofen?

Am besten heizen Eiche, Buche, Fichte und Tanne. Buche bildet ein beständiges Glutbett, das lange vorhält. Die Hölzer sollten gespalten und etwa 30 Zentimeter lang sein. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in Nordrhein-Westfalen empfiehlt, nur unbehandeltes, abgelagertes Holz zu verfeuern. Dazu gehören auch Hackschnitzel und Reisig sowie Presslinge und Pellets aus Spänen. Feuchtes Holz dagegen belastet die Luft mit Schadstoffen. Auch beschichtetes, lackiertes, behandeltes, imprägniertes oder verleimtes Holz und Spanplatten sind im Ofen tabu. "Das Verbrennen von Abfällen ist sogar strafbar. Denn dabei entstehen in der Rauchfahne giftige Gase, die Schwermetalle, Salzsäure und Dioxine enthalten und an die Luft abgeben", warnt Lanuv-Präsident Heinrich Bottermann.

Das stinkt dann auch schnell dem Nachbarn, dem der schädliche Rauch ins Haus zieht. Zur Winterzeit erreichen die Behörden regelmäßig viele Beschwerden, weil Verbraucher den alten Zaun oder Omas Schrankwand im Wohnzimmerkamin verheizen.

Saubere Technik

Seit 2009 gelten für Kamine und Öfen im Privathaushalt strengere Umweltauflagen. Die Novelle der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung zielt auf eine Verringerung des Schadstoffausstoßes wie Feinstaub und Kohlenmonoxid ab. Dabei ist das Innenleben einer sogenannten Kleinfeuerungsanlage entscheidend. Eine fortschrittliche Verbrennungstechnik hält die Emissionen gering. Das neue Gesetz macht auch Schluss mit billigen Ofenmodellen, die sich oft als Dreckschleudern entpuppten. Die Hersteller müssen jetzt Geräte mit klug konzipierten Brennräumen anbieten, die optimale Heizkraft und geringe Abgasmengen gewährleisten.

Die Verantwortung dafür, dass tatsächlich nur geeignetes, trockenes Holz verbrannt wird, liegt aber weiterhin beim Ofenbesitzer. Nur wenn die Technik stimmt und alle Regeln der Befeuerung beachtet werden, verbrennt ein Holzofen so sparsam, dass am Ende nicht mehr als ein Prozent reine weiße Asche übrig bleibt und aus dem Schlot eine nicht sichtbare Fahne aufsteigt.