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Michael Gerdes
Schornsteinfegermeister
Gebäudeenergieberater  (HWK)
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Energiecheck

Ratgeber

Dienstag, 02. Februar 2010

Eigenheim-Planung Wer keinen Schornstein braucht

Ein Kamin verbreitet wohlige Wärme im Haus. Wer das will, braucht zwingend einen Schornstein. Ohne Kamin oder Holzbefeuerung kommen moderne Heizsysteme heute in der Regel auch ohne Schornstein aus.

Ein Haus bauen ohne Schornstein war jahrzehntelang undenkbar. Heute brauchen Eigentümer einer modernen Öl- oder Gasheizung mit Brennwerttechnik nur noch eine Abgasleitung - oft in Form eines Edelstahl- oder Kunststoffrohres.

Wer allerdings weiterhin einen Kamin und Kachelofen mit Holz heizen will, kann nicht auf einen Schornstein verzichten. Dieser kann auch nachgerüstet werden, erklärt Wolfgang Wegener von der Initiative Pro Schornstein. Dann wird der Schornsteinzug durch das Haus verlegt, indem die Geschossdecken durchbrochen werden. Alternativ lässt sich ein Schornstein an der Außenwand anbringen.

Oft lassen sich die Zentralheizung und ein Kachelofen oder Kamin nicht gleichzeitig an einen Schornstein anschließen. "Bauherren sollten deshalb einen zweizügigen Schornstein einplanen", rät Wegener. So hat die Zentralheizung einen eigenen Abzug. Der zweite könne für einen offenen Kamin oder Kachelofen dienen, der vielleicht erst im Nachhinein eingebaut wird.

Wärmepumpe braucht keine Abgasleitung

"Zukunftsfähig kann ein Haus aber auch ohne Schornstein sein", sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband der Privaten Bauherren. Ganz ohne Schornstein oder Abgasleitung kommen Wärmepumpen aus. Auch bei einem Anschluss ans Fernwärmenetz ist ein Schornstein überflüssig.

Die Abgase von Öl- und Gasheizungen müssen über ein feuchtigkeitsunempfindliches, korrosionsbeständiges und druckdichtes System ins Freie geführt werden. "Die Hersteller bieten dazu oft eine Paketlösung an", sagt Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung. Bestehende Schornsteine könnten zum Beispiel durch das Einziehen von Kunststoffrohren an die Brennwertnutzung angepasst werden. Ist kein Schornstein vorhanden, könne das Abgasrohr auch an der Außenwand verlegt werden.

Gasheizung unterm Dach

Auch Gasheizungen lassen sich nur mit einer Abgasleitung installieren, erläutert die Initiative Erdgas pro Umwelt. Kostengünstig könne zum Beispiel eine Gastherme unter dem Dach eingebaut werden. Dann reicht eine kurze Ableitung aus, um die Abgase nach außen zu führen. Gas- und Wasseranschluss müssen bei dieser Lösung allerdings schon im Dachgeschoss vorhanden sein.

Ein Nachteil von Häusern mit solch einer Abgasleitung zeigt sich aber, wenn später ein anderes Heizungssystem eingebaut werden soll. So kann ein Hausbesitzer den Heizkessel dann nicht auf feste Brennstoffe umstellen, da der notwendige Kaminzug fehlt. "Denn Feuerstätten für feste Brennstoffe wie Stückholz, Holzpellets oder Kohle benötigen eine besondere Abgasanlage, weil bei der Verbrennung Ruß entsteht", erläutert Nicole Stephan vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.