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Michael Gerdes
Schornsteinfegermeister
Gebäudeenergieberater  (HWK)
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Energiecheck

Feinstaub im Kamin

Strom reduziert giftige Stoffe aus Holzfeuern

Mit Hochspannung halten Wissenschaftler um den Braunschweiger Versorgungstechniker Prof. Jürgen Kuck giftigen Feinstaub aus dem Kaminrauch heraus.15.000 bis 20.000 Volt ionisieren den Feinstaub. "Die Teilchen wandern darum im elektrischen Feld nach außen", schildert Kuck, und lagern sich an der Innenwand des Rohres ab. Zyklonfilter wie in großen Heizanlagen halten Ruß zurück, aber keinen Feinstaub, ebensowenig wie Wassernebel.

Kamine bedeuten Gemütlichkeit - und giftigen Feinstaub

"Bis zu 25 Prozent des Feinstaubs in der Schweiz stammt aus der Holzfeuerung", sagt Feinstaub-Analytiker André Prévôt. "Bislang ist man davon ausgegangen, dass im Schweizer Winter etwa zehn Prozent daher stammen." Im Winter überschreitet die Schweiz oft den Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, vor allem bei Inversionslagen, wenn Hochdruck die Luftbewegung verhindert. "Man stellt nur wenige Unterschiede zwischen Stadt- und Landluft fest", schildert Atmosphärenforscher Urs Baltensperger.

Deutschland: Strengere Umweltvorgaben für Kamine

In Deutschland müssen Millionen Betreiber von Kaminöfen, ab 2015 künftig strengere Umweltauflagen beachten. Nach monatelangem Gerangel zwischen den Ministerien für Umwelt und Wirtschaft beschloss das Bundeskabinett im Mai 2009 Auflagen zur Verringerung des gesundheitsschädlichen Feinstaubs, die aber niemanden überfordern sollen. Daneben soll es Kostenentlastungen für die 14 Millionen Öl- und Gasheizungsbesitzer geben. Hier wird die jährliche technische Überprüfung auf einen Dreijahresturnus umgestellt.

Grundsätzlich sind von einer Nachrüstung mit Staubfiltern oder einem Anlagen-Neukauf insgesamt 4,5 Millionen Einzelraum-Feuerungsanlagen betroffen. Jedoch entstehen diese Pflichten erst nach einem langen Übergangszeitraum von 2015 an. Neuanlagen erfüllen nach Angaben von Branchenexperten offenbar leicht den künftigen Feinstaub-Grenzwert von 150 Milligramm je Quadratmeter und den Kohlendioxid-Wert von 4 Milligramm. Nicht betroffen von den Auflagen sind unter anderem alte Kochherde, Backöfen, Badeöfen und Öfen, die vor 1950 errichtet wurden. Hier bleibe ein zeitlich unbegrenzter Betrieb möglich, so das Ministerium.

Nach Angaben des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes (DEPV) gibt es 17 Millionen Altöfen, darunter auch geschlossene Heizkamine. Verbandsgeschäftführer Martin Bentele begrüßte die Entscheidung, weil damit Planungssicherheit für die Unternehmen einkehre. "Auch wird das schlechte Image für Holz beseitigt." Nach Feststellungen des Umweltbundesamtes geht vom Heizungs-Feinstaub eine ähnlich schädliche Wirkung auf die Gesundheit aus wie vom Rußfeinstaub aus Dieselautos.

Neue Feuerungsanlagen wie Heizungen, Kamin- und Kachelöfen, die üblicherweise im häuslichen Bereich eingesetzt werden, können die künftigen Grenzwerte laut Umweltressort zumeist ohne Staubfilter erreichen. Der gleichzeitige Abbau von Kohlenmonoxid werde die Verbrennungstechniken verbessern und damit Geruchsbelästigungen beseitigen. Betroffen von der Staubfilter-Nachrüstung oder einem Neukauf sind damit vor allem Besitzer der Altanlagen. Die Frist bis 2015 bewirkt jedoch, dass dann viele Altanlagen nach 30 Nutzungsjahren ohnehin ersetzt werden müssen.

Entscheidend sind Hersteller-Nachweise oder Nachweise über Vor- Ort-Messungen. Damit betraut sein soll in erster Linie der örtliche Schornsteinfeger, der die Eigentümer und Bewohner rechtzeitig informieren muss - auch über den genauen Zeitpunkt eines Filtereinbaus. Neue Öfen kosten laut Umweltministerium 500 Euro und mehr. Die Filternachrüstung von 2015 an werde zwischen 200 und 500 Euro kosten.

Richtig befeuern

Schnelle Hitze und trockenes Holz statt Feinstaub

Trockenes Holz und schnelle Hitze im Kamin verringern Feinstaub im Wohnraum. Rest- und schlecht aufbereites Holz wie Dachlatten oder Zaunpfähle ist ungeeignet.

Es darf nur trockenes, naturbelassenes Holz eingesetzt werden, meint Schornsteinfegermeister Christian Schmahl. Behandeltes sowie beschichtetes Holz gehört ebenso wenig in den Ofen wie selbst hergestellte Papierbriketts. Die Verwendung feuchten Holzes senkt nicht nur den Wirkungsgrad der Anlage, auch die Schadstoffemissionen steigen. Das Holz sollte dünn gespalten sein. Gerade beim Anzünden muss für ausreichend Verbrennungsluft gesorgt werden. Das Innere des Ofens sollte hell und ohne Rußablagerungen bleiben. Um den Schadstoffausstoß zu begrenzen, ist es wesentlich, das richtige Gerät für den eigenen Bedarf zu ermitteln. Auch kann ein zu großer Ofen das Zimmer schnell zur Sauna geraten lassen.

Der Ofen sollte vor allem nicht zu voll sein, denn dann entwickeln sich zu viele Gase. Diese verbrennen nur unvollständig und es entstehen Schadstoffe. Auch der Ofen kann Schaden nehmen. Besser ist es, häufiger kleinere Mengen nachzulegen. Auch die Größe der Holzscheite spielt eine Rolle: Zu große Scheite führen zu einer deutlichen Erhöhung der Schadstoffemissionen.

Eine saubere Verbrennung hinterlässt fast nur feine, weiße Asche. Sind in der Asche größere Mengen unverbrannten Brennstoffs, Kohle- oder Rußpartikel zu erkennen, deutet dies auf eine unvollständige Verbrennung hin. Schlecht sind auch dunkler Holzrauch und übermäßig viel Ruß. Der "Glanzruß" an den Innenwänden des Ofens oder Kessels sorgt für eine schlechtere Wärmeabgabe vom Ofen in den Raum und kann darüber hinaus zu Schornsteinbränden führen. Den Ofen einmal im Jahr vom Schornsteinfeger warten zu lassen, gibt zusätzlich Sicherheit.

Die Kennzeichnung "CE" signalisiert, dass das Gerät den EU-Richtlinien entspricht. Allerdings wird dies nicht kontrolliert, der Käufer muss sich dabei auf die Aussage des Herstellers verlassen. Verbraucher sollten deshalb auch darauf achten, dass sie beim Kauf eine Bescheinigung über die Einhaltung der Anforderungen erhalten, die dem Schornsteinfeger vorzulegen ist.

Mieter müssen die Genehmigung des Vermieters einholen. Grundvoraussetzung ist ein Schornstein. Ist keiner vorhanden, lässt er sich nachträglich einrichten. Feuerstätte und Schornstein müssen aber zusammenpassen, eine Beratung durch einen Schornsteinfeger ist sinnvoll. Er muss den Ofen außerdem vor Inbetriebnahme abnehmen.

Feinstaub

Unsichtbarer Abrieb gefährdet die Gesundheit

Unter Feinstaub versteht man kleine Schwebeteilchen in der Luft, die höchstens ein Größe von zehn Mikrometern haben.Das entspricht etwa einem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares. Der Feinstaub in der Außenluft besteht aus Straßenstaub, Dieselrußpartikeln, Industrieemissionen und Autoreifenabrieb. In Innenräumen entsteht er durch Kopierer, Laserdrucker und Zigarettenrauch. Er belastet die Atemwege und Lunge und kann zu Husten, Herzkreislaufstörungen oder Lungenkrebs führen.

Zu den Hauptverursachern von Feinstaub gehören Verbrennungsanlagen zur Energieversorgung (Kraftwerke und Fernheizwerke), Abfallverbrennungsanlagen und die Metall- oder Stahlerzeugungsindustrie. In Ballungsräumen erzeugt vor allem der Verkehr Feinstaub, hauptsächlich die Verbrennung von Diesel. Dazu kommen der Abrieb von Reifen, Bremsen und Kupplungsbelägen sowie der aufgewirbelte Straßenstaub. Schienen- und Luftverkehr sowie die Schifffahrtsmotoren sind weitere Feinstaub-Quellen.

Auch in Innenräumen entsteht Feinstaub, dessen Konzentration sogar um ein Vielfaches höher sein kann als in der Außenluft. Er entsteht durch alle Verbrennungsprozesse - auch bei Kerzen oder Räucherstäbchen - sowie durch Toner in Kopierern und Druckern. Die winzigen Feinstaubteilchen gelangen über Atemwege und Blut direkt in viele Organe, auch ins Herz. Sie verursachen in den Atemwegen lokale Entzündungen und können so die Gesundheit schwerwiegend beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Husten, Atemnot, Atemwegs- und Herzkreislauf-Erkrankungen, Lungenkrebs und vorzeitige Todesfälle.

Laut EU-Kommission sterben jährlich allein in Europa rund 310.000 Menschen vorzeitig an Feinstaub. Für Deutschland veranschlagt die Studie 65.000 vorzeitige Todesfälle.

Seit dem 1. Januar 2005 ist eine EU-Richtlinie in Kraft, die Grenzwerte für den Feinstaubstandard PM10 (PM, "Particulate Matter") für die Außenluft festlegt: Seither darf der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft höchstens an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Die Verantwortung für die Einhaltung der Grenzwerte liegt bei den Bundesländern.

Am 1. März 2007 ist in Deutschland die Verordnung für Feinstaub-Plaketten in Kraft getreten, die Autos in vier Schadstoffklassen einteilt. Wenn eine Kommune Fahrverbote in Umweltzonen erlässt, können dort nur Autos mit entsprechenden Plaketten fahren.

 

 

(Hinweis: entnommen von 3SAT NANO)